Antworten auf wichtige Fragen, welche von den Akteuren der Gastronomie gestellt werden

Seit dem 6. Juni ermöglicht die Lockerung der Beschränkungen den Gastwirten, ihre Betriebe mit weniger Einschränkungen wieder zu öffnen, obwohl sie nach wie vor den Schutzplan einhalten müssen.

Um diese Wiedereröffnung zu begleiten, hat GastroSuisse eine Reihe von Antworten auf Fragen veröffentlicht, die von den Akteuren der Gastronomie gestellt werden können. Dabei werden auch die Themen Versicherung und Kurzarbeit angesprochen.

Was sind die wichtigsten Neuerungen für die Branche nach dem Bundesrats­entscheid seit dem 6. Juni 2020?
Ab dem 6. Juni wird in Restaurants die Beschränkung der Gruppengrösse auf vier Personen aufgehoben. Allerdings müssen die Betriebe bei Gruppen ab fünf Personen die Kontaktdaten mindestens eines Gastes aufnehmen. Veranstaltun­gen mit bis zu 300 Personen können wie­der durchgeführt werden. Unterhal­tungsangebote wie Billard, Darts, Bowling, Karaoke oder Live-Musik sind ebenfalls wieder möglich.

Welche Massnahmen müssen nach wie vor umgesetzt werden?
Betriebe müssen um 24 Uhr schliessen. Welche Betriebe betrifft das?
Die Verord­nung definiert das so: Restaurationsbe­triebe einschliesslich Barbetriebe und Gemeinschaftsgastronomie (Betriebs­kantinen oder Schulmensen) sowie Dis­kotheken, Tanzlokale und Nachtklubs. Zwischen den Tischen muss ein Abstand von zwei Metern eingehalten werden. Wenn sich eine Gästegruppe auf meh­rere Tische verteilt, gilt die behördlich angeordnete Bestimmung beim Tisch­abstand innerhalb dieser Gruppe nicht.

Erhalte ich eine Entschädigung, wenn ich eine Epidemieversicherung abge­schlossen habe?
Epidemieversicherungen müssen zahlen, obwohl das Coronavirus gemäss WHO als Pandemie gilt. Das zeigt auch ein vom Ombudsmann der Privatversicherung veröffentlichtes Gutachten. Das hart­näckige Engagement von Gastro Suisse hat dazu geführt, dass die Versi­cherungen den Mitgliedern nach und nach Angebote unterbreitet haben. Di­verse Angebote waren gut und konnten angenommen werden, wie der Rechtsdienst von GastroSuisse individuell mit­geteilt hat. Noch immer laufen aber mit einzelnen Versicherungen Gespräche, weshalb sich GastroSuisse zu bestimm­ten Angeboten bisher öffentlich nicht konkret äusserte. GastroSuisse bleibt dran und hält die Mitglieder auf dem Laufenden. Tipps im Umgang mit den Epidemieversicherungen auf Seite 19.

Darf ich weiterhin mit Kurzarbeitsent­schädigung rechnen, auch wenn ich meinen Betrieb noch nicht geöffnet habe, weil es nicht rentiert?
Auch ein geschlossener Betrieb hat nach dem 11. Mai 2020 Anspruch auf Kurzar­beitsentschädigung, wenn er aufzeigen kann, dass die Wiedereröffnung mit Verlusten verbunden wäre und zu einem erhöhten Risiko von Entlassungen oder einer definitiven Schliessung führen würde. Ebenfalls geschlossen bleiben dürfen Betriebe, denen es objektiv un­möglich ist, die erforderlichen Hygiene­massnahmen einzuhalten – oder wenn der Betrieb nur eingeschränkt zugäng­lich ist, weil er nur von Transportmit­teln bedient wird, die noch bis zum 6. Juni nicht verkehren (Beispiel: Seilbah­nen oder Schiffe). Reduzierte Öffnungs­zeiten und ein beschränktes Angebot bleiben ebenso problemlos möglich – auch hier gibt es selbstverständlich grundsätzlich weiterhin Kurzarbeits­entschädigung. Am 20. Mai 2020 hat der Bundesrat völlig überraschend verord­net, dass ab 1. Juni 2020 arbeitgeberähn­liche Personen (Gesellschafter/Inhaber) und deren Partner sowie ferner auch Lernende für den Bezug von Kurzar­beitsentschädigung wieder ausge­schlossen werden. Dieser Entscheid ist stossend, da er auch für Betriebe gilt, welche noch nicht öffnen können. Gas­troSuisse hat beim Bundesrat umge­hend interveniert und fordert, dass der nicht nachvollziehbare Entscheid rück­gängig gemacht wird.

Was bedeutet der Entscheid des Bundesrats für das Schutzkonzept ab dem 6. Juni 2020?
Zuerst gilt es zu betonen, dass das auf­wändige und aktuelle Schutzkonzept vom Bund verordnet wurde. Die wich­tigsten Änderungen: Die Gäste haben die Möglichkeit, sich bei Betreten des Betriebs die Hände mit Wasser und Seife zu waschen oder mit einem Händedes­infektionsmittel zu desinfizieren. Das ist nicht mehr zwingend Vorschrift. Die Grösse einer Gästegruppe wird neu auf maximal 300 Personen beschränkt. Das gilt auch für Diskotheken, Tanzlokale und Nachtklubs. Während Essen und Ge­tränk weiterhin sitzend konsumiert werden müssen, müssen die Mindestab­stände innerhalb einer Gästegruppe nicht mehr eingehalten werden. Die Betriebe stellen jedoch sicher, dass sich verschiedene Gästegruppen nicht ver­mischen.

Wie sieht es nun mit dem Distanzein­halten aus?
Die Gästegruppen halten einen Abstand von zwei Metern ein. Die Betriebe stel­len sicher, dass die wartenden Gäste­gruppen den Mindestabstand von zwei Metern zu anderen Gästegruppen ein­halten können. Der Mindestabstand von zwei Metern gilt auch zwischen Semi­narteilnehmenden.

Was bedeuten die neuen Regelungen für die Reinigungsmassnahmen?
Für diesen Bereich gibt es zahlreiche Lo­ckerungen. Nicht mehr nötig ist bei­spielsweise, dass das Gedeck nach jedem Gast ausgetauscht und vor einer Wieder­verwendung gereinigt werden muss. Auch Menükarten und Tablets müssen nicht mehr nach jedem Gast gereinigt und desinfiziert werden. Oberflächen müssen jedoch weiterhin regelmässig fachgerecht geputzt werden.

Wie sieht es mit an Covid-19 erkrank­ten Mitarbeitenden am Arbeitsplatz aus?
Bei Kranld1eitssymptomen gehen Mit­arbeitende nach Hause und werden an­gewiesen, die Isolation gemäss Bundes­amt für Gesundheit zu befolgen (www. bag.admin.ch/isolation-und-quarantaene).

Was muss ich im Zusammenhang mit dem Schutzkonzept sonst noch wissen?
Per 6. Juni 2020 ist es wieder möglich: Be­triebe können Gegenstände, die von mehreren Gästen geteilt werden, anbie­ten, also etwa Zeitschriften, Magazine oder Snacks. Betriebe müssen auch nicht mehr von selbstbedienten auf bediente Buffets umstellen.
Und ein weiteres De­tail ist interessant: Kinderspielecken und Spielplätze sind wieder erlaubt. Die Anzahl Kinder ist nicht beschränkt. Es gelten keine Mindestabstände für die Kinder. Allfälliges Spielzeug muss leicht zu reinigen sein. Eltern oder die mit der Aufsicht beauftragte Person halten aller­dings die soziale Distanz zu anderen Kindern und Personen ein. Bei Veranstal­tungen aller Art muss der Betrieb keine Kontaktdaten erfassen, wenn der Orga­nisator der Veranstaltung versichert, eine Gästeliste erfasst zu haben. Der Or­ganisator muss die Gästeliste dem Be­treiber nicht abgeben. Der Betrieb er­fasst die Kontaktdaten des Organisators.

Die wichtigsten Dokumente zum Schutzkonzept sind auf der Website von GastroSuisse verfügbar.
Diese Informationen wurden im GastroJournal (Nr. 23/24, vom 4. Juni 2020) veröffentlicht.